Hauptauschuss des BJR beschließt Resolution gegen den Auschluss von a.i.d.a


Die Delegierten des 135. Hauptausschusses wenden sich gegen den Ausschluss der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.) aus der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus (LKS).
Es ist zu befürchten, dass ohne die engagierte Mitarbeit von a.i.d.a., die in den letzten Jahren immer wieder mit Preisen für ihre Arbeit ausgezeichnet wurde, die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle geschwächt wird. Insbesondere die ge-naue und kompetente Recherchearbeit über die rechtsextreme Szene wird dem Beratungsnetzwerk fehlen. Die Jugendarbeit verliert einen wichtigen Partner im Kampf gegen die rechtsextreme Szene in ganz Bayern. Als ehrenamtlich Aktive bedauern wir den Ausschluss von a.i.d.a. aus dem Beratungsnetzwerk besonders, da a.i.d.a. ebenfalls in ehrenamtlichen Strukturen arbeitet und die Aufnahme in den Verfassungsschutzbericht neben der Rufschädigung möglicherweise den Verlust der Gemeinnützigkeit bedeutet.
Die Delegierten des 135. Hauptausschusses würdigen die engagierte Arbeit von a.i.d.a. im Sinne von Zivilcourage, einer aufgeklärten Demokratie und im Kampf gegen Rechtsextremismus.
Die im Bayerischen Jugendring zusammengeschlossenen Jugendverbände und -organisationen fordern das Landesamt für Verfassungsschutz und das Staats-ministerium des Inneren daher auf, ihre Erkenntnisse zur Verfassungsfeindlichkeit von a.i.d.a. zu veröffentlichen und inhaltlich zu begründen. Sollte dies nicht möglich sein, ist die Aufnahme von a.i.d.a. in den Verfassungs-schutzbericht zurückzunehmen, um so eine Wiederaufnahme in das Beratungsnetzwerk der Landeskoordinierungsstelle zu ermöglichen.

Der neue Falken-Kalender ist da!

Wie jedes Jahr, pünktlich zum Schuljahrsbeginn, ist unser Falkenkalender da. Dieses Jahr sieht er aber nicht wie gewohnt aus. In den letzten Monaten haben wir viel an ihm verändert. Ergebnis: Ein neues Format und neues Layout. Der Kalender wird in diesen Wochen vor vielen Schulen in Bayern kostenlos verteilt. Falls ihr keinen erwischt habt, meldet euch in unsren Büros, wir senden euch gerne Exemplare zu.

Falkenkalender


Pressemitteilung

Falken und NaturFreundeJugend treten gegen den Ausschluss von a.i.d.a. e.V. aus der „Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus“ ein

Die bayerischen Landesverbände der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken(SJD) und der NaturFreundeJugend Deutschlands haben sich vergangene Woche mit einem offenen Brief an die Präsidentin des Bayerischen Jugendrings (BJR) gewandt. Darin baten sie Martina Kobriger und den Landesvorstand des BJR sich für die Wiederaufnahme der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.) in die „Landeskoordinierungsstelle gegen
Rechtsextremismus“ (LKS) einzusetzen.
a.i.d.a. wurde am Freitag, den 24. April 2009 auf Weisung des Kultusministeriums aus dem Beratungsgremium ausgeschlossen. Als Begründung für die Weisung wurde vom Kultusministerium
die unbelegte Behauptung des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, a.i.d.a. sei eine „linksextremistische Organisation“, die demokratische Institutionen unterwandere, herangezogen.
Damit endet eine eineinhalbjährige Zusammenarbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus in Bayern.
a.i.d.a. war auf Einladung der Landeskoordinierungsstelle von Beginn an Mitglied des Beratungsnetzwerkes und lieferte auf Wunsch Beiträge zur aktuellen Entwicklung der rechten Strukturen in Bayern.

René Leibig, der Vorsitzende der Falken in Bayern findet es absurd, dass eine Organisation in den Bericht des Verfassungsschutzes aufgenommen wird, aber keinerlei Belege für die Verfassungsfeindlichkeit vorgelegt werden. Im Verfassungsschutzbericht taucht a.i.d.a. nur als Ziel
rechtsextremer Gruppen auf.
Es ist zu befürchten, dass ohne die engagierte Mitarbeit von a.i.d.a., die in den letzten Jahren immer wieder mit Preisen für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden, die Arbeit der Landeskoordinationsstelle
geschwächt wird. Insbesondere die genaue Recherchearbeit über die rechtsextreme Szene wird dem Beratungsnetzwerk fehlen. Die Jugendarbeit verliert einen wichtigen Partner im Kampf gegen die
rechtsextreme Szene in München und somit auch in ganz Bayern.

Maria Schranner, die 1. Vorsitzende der NaturFreundeJugend in Bayern bedauert den Ausschluss von a.i.d.a. aus der LKS besonders, „da a.i.d.a. ebenfalls in ehrenamtlichen Strukturen arbeitet und die
Aufnahme in den Verfassungsschutzbericht neben der Rufschädigung möglicherweise den Verlust der Gemeinnützigkeit bedeutet. Vielmehr wäre die Würdigung der engagierten Arbeit von a.i.d.a. im Sinne von Zivilcourage, einer aufgeklärten Demokratie und im Kampf gegen Rechtsextremismus angebracht.“


Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Mit den Falken können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, ins Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich als Freiwillige in der
Gruppenarbeit engagieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Internationale Begegnung mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt. Die Falken sind in allen Bundesländern aktiv und Träger von Jugendzentren, Bildungs- und Freizeithäusern und Zeltplätzen. Seit mehr als 100 Jahren setzen
sich die Falken für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein.

Die NaturFreundeJugend wurde 1926 als ehrenamtlicher Kinder- und Jugendverband der NaturFreunde Deutschlands gegründet und ist Teil einer internationalen Gemeinschaft. Der Gruß „Berg frei!“ erinnert an die Entstehungszeit der NaturFreunde während der Arbeiterbewegung, in der
es nicht selbstverständlich war, dass alle Menschen freien Zugang zur Natur hatten. Neben den Werten Solidarität, Nachhaltigkeit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, lernen
Kinder und Jugendliche die Verbandsvielfalt z.B. durch politische Aktionen oder im Umweltschutzbereich kennen und bekommen bei Veranstaltungen, wie bei Zeltlagern oder bei Schulungen auf unseren eigenen NaturFreunde-Häusern, umweltgerechtes und soziales Verhalten
vermittelt.